Wir müssen reden! So fangen doch immer diese Gespräche an, vor denen wir uns am liebsten drücken würden, oder? Auseinandersetzungen, die meistens unangenehm sind und uns Dinge auf die Agenda holen, mit denen wir lieber nichts zu tun haben möchten. Nun ist es aber auch so, dass diese unliebsamen Dinge eben auch wichtig sind und wir uns mit ihnen konfrontieren müssen, ob wir wollen oder nicht. Ein solches Problem stellen Kinderehen in Deutschland dar. Ja, ich weiss, Kinderehen gibt es überall auf der Welt. Wir leben hier in einer Gesellschaft, in der man sich sich kaum vorzustellen vermag, wie und weshalb liebende Eltern minderjährige Kinder verheiraten können. Diese Beweggründe gibt es aber leider. Schlimm ist, dass man sie sogar teilweise nachvollziehen kann, wenn man sich mit den jeweiligen Kulturen und Gesellschaften auseinandersetzt.

ABER: Wir leben hier in Deutschland und hier bei uns gilt keiner dieser Gründe.

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via giphy

In Deutschland dürfen wir es nicht akzeptieren, dass Kinder nicht die Chance bekommen, sich in Freiheit zu entfalten und zu emanzipieren. Besonders minderjährige Mädchen sind bei solchen Kinderehen betroffen und tragen somit den grössten Schaden davon. Laut SWR gibt es bereits heute rund 100 Kinderbräute in Baden Württemberg. In NRW sollen es um die 188 sein, um nur zwei Beispiele aufzuführen. Kinderehen, auch wenn meist Mädchen davon betroffen sind, sind ein gesellschaftliches und kein rein feministisches Problem. Insbesondere von den engagierten (#Aufschrei) Feministinnen in Deutschland ist zu erwarten, dass sie sich diesbezüglich positionieren, engagieren und mobilisieren.

Warum? Weil es ein echtes Problem und die Hölle für die jungen Mädchen ist. Wie sollen sie sich hier integrieren und wie sollen aus diesen Mädchen morgen starke und emanzipierte Frauen werden, wenn wir sie ihren wesentlich älteren Ehemännern in der Abhängigkeit ausgeliefert lassen und wenn wir es zulassen, dass sie in ihren Zwangsehen ihrer Chancen auf Bildung, Beruf und Freiheit beraubt werden? Fakt ist, dass diese Mädchen sozial isoliert sind, dass sie oftmals die Schule abbrechen und Opfer häuslicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs werden. Fakt ist auch, dass ihre häufigsten Todesursachen die Geburt eines Kindes oder Selbstmord sind. Diese Mädchen sind in Deutschland nicht nur schutzsuchend. Sie sind auch schutzbedürftig. Sie sollen hier die Freiheit kennenlernen und dann selbst entscheiden dürfen, wen sie heiraten wollen; und zwar erst dann, wenn sie volljährig sind und solche Entscheidungen auch selbstständig treffen können. Es ist bedeutend einfacher, sich über sexy Bildchen auf der Müllermilch im Supermarkt zu empören, ich weiss.

Wem aber wirklich etwas an den Rechten junger Mädchen und Frauen in Deutschland liegt, der schweigt nicht zum Thema Kinderehe…Der sagt nicht, dass dies ein AfD-Thema sei, weil man sonst mit dem Islam in Konflikt geraten könnte…

Religionsfreiheit kann es nicht ohne jede Einschränkung geben. Sie darf auch nicht über die Menschenrechte gestellt werden! Kinder sind unsere Zukunft. „Das betont unsere Kanzlerin immer wieder…“